Untersuchungsmethoden
a) Basis
Ihr Zahnarzt wird im Rahmen der regelmäßigen Kontrollen durch eine sorgfältige Untersuchung ermitteln, ob parodontale Läsionen vorliegen und mit einem Index dokumentieren. Röntgenaufnahmen ergänzen den Erstbefund. Werden Schäden des Zahnhalteapparats festgestellt, sind ausführlichere Untersuchungen zu empfehlen, um ein ursachengerichtetes Therapiekonzept zu erstellen und somit weiteres Fortschreiten der Parodontitis zu vermeiden.
b) erweiterte Diagnostik
Mikrobiologische Diagnostik von Marker-Keimen der Parodontitis (Gensondentst)
Diese Untersuchung liefert vor Behandlungsbeginn Aufschlüsse über das Ausmaß (Menge und Art) der bakteriellen Situation. Untersucht wird auf bestimmte Bakterien hin, die als besonders aggressiv gelten (Markerkeime). Gleichzeitig werden mögliche Wirkstoffkombinationen ermittelt, die in der Lage sind diese Bakterienflora im Rahmen der Therapie zu beseitigen.
Hier werden sterile Papierspitzen schmerzfrei in die Zahnfleischtasche und den darin enthaltenen Biofilm eingeführt. Die dabei gewonnenen Bakterien werden in Speziallabors untersucht.
DNA- und RNA–Sonden erkennen keimtypische Sequenzen von Nucleinsäuren. Das Ausmaß der Bindung solcher Sonden an spezifischen Nukleinsäuresequenzen kann quantifiziert werden. Der Nachweis auch relativ kleiner Mengen von Bakterien ist mit dieser Methode möglich. Diese Bakterien können teilweise nicht sicher durch eine rein mechanische Reinigung der Zahnfleischtaschen und Wurzeloberflächen aus der Mundhöhle entfernt werden. Daher kann zusätzlich eine antibiotische Therapie notwendig sein. Ein zweiter mikrobiologischer Test nach der Behandlung zeigt den Behandlungserfolg an und dient der Qualitätssicherung. Sind die Keime soweit eliminiert, dass die Parodontien und Implantate keinen Schaden mehr nehmen, ist auch die Prognose für die prothetische Restauration gut.
Wie lassen sich veranlagungsbedingte Faktoren ermitteln?
Der IL-1-Gentest (Interleukintest 1) untersucht die Wirtsreaktion also die Immunantwort des Zahnfleisches auf die Bakterien.
Ein Testsystem zum Nachweis genetischer Faktoren, die die Empfänglichkeit zur Ausbildung und den Verlauf einer Parodontitis erhöhen können, ist der IL-1-Genpolymorphismustest. Interleukin-1- positive Patienten zeigen eine stärkere Entzündungsreaktion. Jedoch lässt sich die direkte Verbindung zwischen positivem Genotyp und einer schweren chronischen Parodontitis nicht unmittelbar beobachten.
Der positive Genotyp sollte also nur als Risikofaktor gewertet werden. Die Testaussage hilft Ihrem Behandler die langfristigen Erfolgschancen und Therapiemöglichkeiten besser einzuordnen